Funktionaler Analphabetismus und Migration

Dabei ist zu beachten, dass im Rahmen der leo.-Level-One Studie nur Personen befragt wurden, die eine ausreichende Sprachkompetenz aufwiesen, um an der Befragung teilzunehmen. Diejenigen, die nicht gut genug Deutsch sprechen konnten, wurden in der Studie nicht erfasst. Würde man Zugewanderte ohne mündliche Deutschkenntnisse bei der Untersuchung berücksichtigen, müsste man hier erfasste Personen der Gesamtzahl hinzufügen.

 

 

Personen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch können möglicherweise in ihrer Herkunftssprache oder weiteren Sprachen lesen und schreiben. Dennoch ordnen die Autor_innen der leo.-Level-One Studie diese Menschen in die Kategorie der funktionalen Analphabet_innen ein - bezogen auf die deutsche Sprache.

Die Ursachen für die geringe Lese- und Schreibkompetenz in der deutschen Sprache spielen für die Autor_innen dabei erst mal eine untergeordnete Rolle. Sie begründen dies mit geringenen gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Teilhabechancen bei geringen Schriftkompetenzen. Wenn es allerdings um die Weiterqualifizierung dieser Menschen geht, dann sind die Kenntnisse der Erstsprache, anderer Sprachen und anderer Schriftsysteme relevant und oft eine gute Basis.